Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde
Als Lesung aus der Bibel hören wir auf Worte aus dem 11. Kapitel des Hebräerbriefes. Dort heißt es:
„Der Glaube aber ist ein festes Vertrauen auf das, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. In diesem Vertrauen haben unsere Vorfahren gelebt und dafür bei Gott Anerkennung gefunden. Durch einen solchen Glauben erkennen auch wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist und alles, was man sieht, aus etwas Unsichtbarem entstanden ist." (Hebr. 11, 1-3)
Gott, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Amen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
Gott segne Reden und Hören. Amen.
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden; liebe Fest-Gemeinde
Manchmal glaube ich, ich bin zu dick. Dann esse ich ein paar Tage weniger und bewege mich etwas, bis ich glaube, es reicht wieder.
Manchmal glaube ich, heute ist ein guter Tag. Dann packe ich die Dinge voller Mut an und alles, was ich in die Hand nehme, gelingt.
Aber dann glaube ich auch wieder, dass ein Wurm in diesem Tag steckt, dann mache ich langsam und traue mir selbst nichts zu.
Manchmal glaube ich, heute ist ein guter Tag. Dann packe ich die Dinge voller Mut an und alles, was ich in die Hand nehme, gelingt.
Aber dann glaube ich auch wieder, dass ein Wurm in diesem Tag steckt, dann mache ich langsam und traue mir selbst nichts zu.
So beeinflusst das, was ich glaube, mein Leben. Jeden Tag. Obwohl ich ihn nicht sehen kann, nicht greifen, nicht hören, spielt der Glaube in meinem Leben eine entscheidende Rolle. Denn das, was ich als innere Wahrheit für mich annehme, macht mich zu dem, wer ich bin.
Was aber ist, wenn ich glaube, ich bin zu dick und ich mein Selbstwertgefühl an mein gefühltes Körpergewicht hänge, so dass ich versuche abzunehmen, bis ich immer dünner und dünner werde und am Ende fast verhungere?
Was ist, wenn ich nicht nur glaube, heute ist ein guter Tag, sondern dass jeder meiner Tage gut ist, weil ich so gut bin, so supergut, dass keiner mir widerstehen kann?
Oder was ist, wenn ich glaube, dass ich nichts wert bin, dass alle nur auf mich herabsehen und über mich lachen? Was ist dann?
Was ist, wenn ich nicht nur glaube, heute ist ein guter Tag, sondern dass jeder meiner Tage gut ist, weil ich so gut bin, so supergut, dass keiner mir widerstehen kann?
Oder was ist, wenn ich glaube, dass ich nichts wert bin, dass alle nur auf mich herabsehen und über mich lachen? Was ist dann?
Das, was meine innere Wahrheit ausmacht, kann auch in die völlig falsche Richtung laufen. So kann mein Glaube mich stützen und mir Halt geben, er kann mich aber auch in Sackgassen führen, in denen ich mich selbst immer tiefer verfange.
Glaube braucht deshalb Gemeinschaft. Denn wenn ich immer nur für mich allein glaube, ist mein Glaube wie in Blatt im Wind und wird oft schon vom kleinsten Lufthauch hin und her geweht. Glaube braucht eine Verankerung. Er braucht ein Gegenüber, das größer ist als wir, einen, mit dem wir über alles reden können, so dass wir uns selbst wieder finden können, wenn wir uns wieder einmal verloren haben. Glaube braucht ein Ziel. Und dieses Ziel kann letztlich nur Gott sein. In ihm findet unser Glaube seine Erfüllung. Ich nenne einen solchen Glauben einmal: Glaube 2.0.
Dieser Glaube 2.0 geht tiefer:
Zum Beispiel: selbst wenn ich mich selbst wieder einmal zu dick fühle und ich mich deshalb selbst heruntermache, weiß ich doch, dass mein Selbstwertgefühl nicht an meinem Körpergewicht hängt. Gott hält zu mir, egal ob ich ein paar Kilo mehr oder weniger auf die Waage bringe.
Zum Beispiel: selbst wenn ich mich selbst wieder einmal zu dick fühle und ich mich deshalb selbst heruntermache, weiß ich doch, dass mein Selbstwertgefühl nicht an meinem Körpergewicht hängt. Gott hält zu mir, egal ob ich ein paar Kilo mehr oder weniger auf die Waage bringe.
Oder: selbst wenn ich einen guten Tag habe und mir alles gelingt, merke ich im Gegenüber zu Gott doch schnell, dass ich im Vergleich zu ihm nur ein kleines Licht bin. Das erdet meine Größenphantasien und hilft mir, als Mensch unter Menschen zu leben.
Und an den Tagen, an denen ich mit mir selbst hadere, weil mir mein Leben in diesem Moment völlig falsch vorkommt, hilft mir das Gespräch mit Gott, diese Momente auszuhalten und zu sehen, wo sich für mich neue Wege öffnen. Auch weiß ich, dass ich zwar im Moment schlecht von mir denke, Gott aber nicht. Er traut mir mehr zu. Das hat er bei Mose getan, obwohl der ein Mörder war. Das hat er bei David gemacht, obwohl der die Ehe gebrochen hat, das hat er bei Maria und Josef gemacht, obwohl die beiden arm wie Kirchenmäuse waren.
Das heißt, mein Alltagsglaube ist verankert in Gott. Von dort her wird er ausgerichtet. Von dort her bekommt er Kraft. Von dort her bekommt er Hoffnung. So hilft mir mein Glaube zum Leben.
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden
auch ihr glaubt - jede und jeder auf ihre und seine Weise. Dieser Glaube macht euch aus. Er macht euch zu dem, wer ihr seid. Denn in eurem Glauben tragt ihr das in eurem Herzen, was ihr als eure innere Wahrheit für euch akzeptiert habt. Heute sagt ihr zu diesem Glauben ja. Aber noch mehr. Ihr sagt gleichzeitig ja zu Gott. Und damit zu einem Glauben 2.0.
auch ihr glaubt - jede und jeder auf ihre und seine Weise. Dieser Glaube macht euch aus. Er macht euch zu dem, wer ihr seid. Denn in eurem Glauben tragt ihr das in eurem Herzen, was ihr als eure innere Wahrheit für euch akzeptiert habt. Heute sagt ihr zu diesem Glauben ja. Aber noch mehr. Ihr sagt gleichzeitig ja zu Gott. Und damit zu einem Glauben 2.0.
Zu einem Glauben, der nicht nur frei herum schwebt und aufgreift, was einem gerade in den Sinn kommt - und da kann einem in diesen Coronazeiten leider auch viel Unsinn in den Sinn kommen - sondern zu einem Glauben, der in Gott ein Gegenüber hat, mit dem ihr über alles reden könnt und der uns hilft, immer wieder zu uns selbst und zu den anderen zu finden.
Zu einem Glauben, der uns Menschen zur Gerechtigkeit hin führt, zur Wahrheit und zur Barmherzigkeit. Denn Gott will, dass wir Menschen einander Gutes tun.
Und zu einem Glauben, der unser Herz mit Liebe füllt, weil Gott selbst die Liebe ist und er will, dass auch in unserem Herzen die Liebe wohnt.
Zu einem Glauben, der uns Menschen zur Gerechtigkeit hin führt, zur Wahrheit und zur Barmherzigkeit. Denn Gott will, dass wir Menschen einander Gutes tun.
Und zu einem Glauben, der unser Herz mit Liebe füllt, weil Gott selbst die Liebe ist und er will, dass auch in unserem Herzen die Liebe wohnt.
In diesem Glauben sagt ihr Ja zu Gott. Und Gott sagt Ja zu euch: zu dem, was euch stark macht und worauf ihr stolz seid. Aber auch zu den vielen Unsicherheiten, die wir Menschen immer wieder mit uns tragen. Gott sagt Ja zu euch, damit ihr unter diesem Ja wachsen könnt und ihr zu Menschen werdet, die Liebe in ihrem Herzen tragen und Hoffnung in ihrem Verstand, so dass ihr fröhlich und aufrecht durch euer Leben gehen könnt.
Dazu stärke und bewahre euch der gute Gott. Jetzt und alle Zeit. Amen.
Pfr. Paul Wassmer
