Erfahrungsgemäß ist die Motivation zu einem Kircheneintritt vielfältiger und persönlicher Natur. Manche sind durch ein persönliches Erlebnis aus ihrem Glauben und ihrer Kirche "hinausgefallen", bei anderen war es ein langsamer Entfremdungsprozess. Nun hat sich jedoch in ihrem Leben etwas verändert und sie suchen wieder Kontakt zu ihrem Glauben und ihrer Kirche. Andere waren zuvor Mitglied einer anderen Kirche und haben nun in der evangelischen Kirche eine Heimat für ihren Glauben und ihr Leben gefunden. Nun möchten sie diesen Schritt auch offiziell machen. Wie es auch ist, wir freuen uns auf Sie.

Zuständig für einen Eintritt in die Kirche ist normalerweise die örtliche Gemeinde. So treten in unserer Gemeinde pro Jahr zwischen 0 und 7 Personen in die Kirche ein. In Großstädten gibt es manchmal auch eine eigene Kircheneintrittsstelle. Auch dort ist ein Kircheneintritt möglich.
Der erste Schritt für einen Kircheneintritt ist der Kontakt mit dem Pfarramt vor Ort (Tel.: 07622 / 669051). Sie können dort mit der Pfarrerin / dem Pfarrer einen Termin für ein gemeinsames Gespräch ausmachen.
Bei diesem Gespräch besteht die Möglichkeit, alle Fragen, die Sie haben, zu besprechen. Wenn sie in früheren Zeiten aus der Kirche ausgetreten sind, liegen manchmal vielleicht noch Wunden offen. Da tut es gut, einen Raum zu haben, um über diese Fragen zu sprechen. Manchmal gibt es auch Fragen zu Gott oder zur Kirche, die Sie umtreiben. Auch dafür ist hier Platz. Ebenso wie für die Gründe, die Sie dazu bewogen haben, wieder in die Kirche einzutreten.
Dieses Gespräch ist für Sie als Möglichkeit gedacht, all´ das zur Sprache zu bringen, was Ihnen wichtig ist. Zugleich können dort auch alle Fragen besprochen werden, die sich bei einem Kircheneintritt manchmal stellen.
So sind manche Menschen als Kind nicht getauft worden, haben aber nun als Erwachsene Zugang zum Glauben und zur evangelischen Kirche gefunden. In diesem Fall findet kein Kircheneintritt statt, sondern eine Erwachsenentaufe. Ähnlich ist es, wenn jemand früher einer Sekte angehört hat, deren Taufe von der evangelischen Kirche nicht anerkannt wird. Auch hier findet kein Kircheneintritt statt, sondern eine Erwachsenentaufe. Umgekehrt meinen manche, die der katholischen Kirche angehört haben, dass Sie nun noch einmal evangelisch getauft werden müssten. Dies ist nicht der Fall, da die evangelische und katholische Kirche die Taufe gegenseitig anerkennen.
In unserer Gemeinde gibt es die Tradition, dass Sie, wenn Sie in die Kirche eintreten möchten, mit der Gemeinde ganz normal am Gottesdienst teilnehmen. Im Gottesdienst wird dabei miteinander das Glaubensbekenntnis gesprochen. Im Anschluss an den Gottesdienst findet dann - in einem kleinen Kreis, zu dem Sie die Personen einladen können, die Sie möchten - der Kircheneintritt statt. Dort werden Sie gefragt - ob Sie in dem Glauben, den Sie gemeinsam mit der Gemeinde im Gottesdienst bekannt haben - bleiben und wachsen möchten und in diesem Glauben Mitglied der evangelischen Kirche sein möchten. Oft folgt auf die Antwort auf diese Frage ein Segen. Wenn Sie möchten, bekommen Sie zu Ihrem Kircheneintritt auch einen Bibelvers mit auf den Weg. Gerahmt ist die Feier mit einem Psalmwort und einem Vater unser. Anschließend wird von allen die Urkunde unterschrieben. Mit dabei ist oft auch ein Kirchengemeinderat unserer Gemeinde, der Sie an dieser Stelle in unserer Gemeinde begrüßt. Für viele Menschen ist ein solcher Kircheneintritt ein bewegender Augenblick.
Ein Kircheneintritt kann aber auch ganz anders stattfinden. Es gibt Menschen, die lieber allein unter der Woche in die Kirche eintreten. Auch dafür gibt es Formen und Möglichkeiten. Von unserer Seite aus wird ein Kircheneintritt nicht veröffentlicht. Manche behalten ihren Kircheneintritt für sich, andere laden ihre Familie, Freunde und Bekannte zum Kircheneintritt ein und feiern gemeinsam ein Fest. Es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten, einen Kircheneintritt zu begehen.

Zehn gute Gründe in der Kirche zu sein
1 Hoffnung statt Zukunftsangst
Angesichts des Leides und des Bösen in der Welt ist es nicht immer leicht, die Hoffnung im Leben zu bewahren. In der Kirche hören Sie die gute Nachricht von der Liebe Gottes zu den Menschen und zu seiner Schöpfung, die Ihre Hoffnung stärkt.
2 Besinnung statt Hektik
Kirchen sind zweckfreie Räume, stille Oasen inmitten des oft hektischen Alltags. In Kirchen können Sie zur Ruhe kommen und Gottes Gegenwart spüren.
3 Halt statt Uferlosigkeit
Die kirchlichen Sonn- und Feiertage prägen mit ihren Themen, Liedern und ihrer Atmosphäre das Jahr und setzen Haltepunkte im Trubel des Lebens. Die Taufe, die Konfirmation oder auch die kirchliche Trauung erinnern uns daran, dass wir das Wesentliche im Leben geschenkt bekommen – und uns für kein Geld der Welt kaufen können.
4 Klarheit statt Gleichgültigkeit
Im Leben Jesu können Sie wahre Werte erkennen: Friedfertigkeit und Mut zur Wahrheit, Nächstenliebe und Ehrfurcht vor dem Leben. Das sind Maßstäbe, für die sich die Kirche einsetzt, auch wenn sie ihnen im Laufe der Geschichte nicht immer gerecht wurde.
5 Auftanken statt Abstottern
In der Kirche wird Ihnen Segen zugesprochen. Hier herrscht nicht das Prinzip von Leistung und Gegenleistung. Sie können vielmehr spüren, wie gut es tut, zu empfangen und das Leben als Geschenk zu entdecken.
6 Wertschätzung statt Bewertung
Die christliche Botschaft betont die Würde und Einmaligkeit jedes Menschen. In die Kirche dürfen Sie kommen, wie Sie sind. Sie werden nicht beurteilt, sondern als eigenverantwortlicher Mensch mit Ihren Gaben und Eigenheiten, Stärken und Schwächen ernst genommen.
7 Solidarität statt Egoismus
Die Liebe Gottes gilt allen Menschen in seiner Schöpfung. Menschen in der Kirche fühlen sich mit den Schwachen und Benachteiligten in nah und fern verbunden. Zahlreiche kirchliche Hilfsprojekte machen dies deutlich. Christinnen und Christen treten mit ihrem Gebet und ihrer Tatkraft für andere ein.
8 Gemeinsamkeit statt Einsamkeit
In der Kirchengemeinde finden Sie eine Gemeinschaft ganz besonderer Art. Sie umfasst ganz unterschiedliche Menschen von jung bis alt. Trotz aller Unterschiede verbindet diese Menschen die Aufgeschlossenheit für die Botschaft Jesu Christi. Den verschiedenen Interessen und Bedürfnissen der Gemeindemitglieder entspricht das Angebot an Kreisen, Gruppen, Einrichtungen und Veranstaltungen.
9 Vergebung statt Verdrängung
Auch Christinnen und Christen leben nicht frei von Konflikten. Die Kirche erinnert daran, dass Jesus uns Mut gemacht hat, zu unseren Fehlern zu stehen und einander zu vergeben. Im Vater unser ist die Bitte um Vergebung ein zentraler Teil des Gebets und auch im Abendmahl spielt die Vergebung eine entscheidende Rolle. Jedes Abendmahl ist immer auch eine Feier der Vergebung, an deren Ende wir einander die Hände reichen.
10 Kulturelle Aufgeschlossenheit statt Einseitigkeit
Kirchliche Musik und Kunst vieler Jahrhunderte sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur. In der Kirche wird dieses Erbe gepflegt. Weil Glaube auch heute lebendig ist, entstehen immer wieder neue zeitgenössische Kunstwerke und Lieder. In Kindergärten, Schulen, in der Erwachsenenbildung und Akademien nimmt Kirche einen wichtigen Bildungsauftrag wahr.
